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Herz & Kreislauf

Niedriger Blutdruck: Lästig, meistens harmlos – aber nicht immer

Aktualisiert am 13. August 2026·7 Min. Lesezeit·Medizinisch geprüft
Daniel Lindenthal
Daniel LindenthalArzt · Privatpraxis Stuttgart
Blutdruckmessung bei einer Patientin – niedrige Werte sind meist harmlos, sollten aber eingeordnet werden

Beim schnellen Aufstehen wird es kurz schwarz vor Augen, morgens kommen Sie schwer in Gang, und im Sommer fühlt sich der Kreislauf an wie in Zeitlupe? Während hoher Blutdruck die Gefäße schädigt, ist niedriger Blutdruck in aller Regel keine Krankheit – aber er kann den Alltag ordentlich ausbremsen. Und in bestimmten Situationen verdient auch er einen genauen Blick. Hier erfahren Sie, wann Hypotonie harmlos ist, was wirklich hilft und wann Sie sie abklären lassen sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Von niedrigem Blutdruck spricht man grob bei Werten unter 100–110 zu 60 mmHg – viele Menschen leben beschwerdefrei damit.
  • Typische Beschwerden: Schwindel beim Aufstehen, Schwarzwerden vor Augen, Müdigkeit, kalte Hände und Füße, Konzentrationsprobleme.
  • Niedriger Blutdruck schädigt – anders als Bluthochdruck – die Gefäße nicht; behandelt werden die Beschwerden, nicht die Zahl.
  • Aufmerksam werden sollten Sie bei neu aufgetretener Hypotonie, Ohnmachtsanfällen oder wenn Medikamente im Spiel sind.
  • Einfache Maßnahmen – Trinken, Bewegung, Wechselduschen, langsames Aufstehen – helfen den meisten Betroffenen spürbar.

Was heißt „zu niedrig" – und ist das schlimm?

Anders als beim Bluthochdruck gibt es beim niedrigen Blutdruck keine harte Krankheitsgrenze. Als Orientierung gelten Werte unter etwa 100–110 zu 60 mmHg – doch entscheidend ist nicht die Zahl, sondern ob sie Beschwerden macht. Viele schlanke, junge und sportliche Menschen haben von Natur aus niedrige Werte und fühlen sich blendend. Aus Gefäßsicht ist das sogar günstig: Niedriger Druck nutzt die Gefäße nicht ab.

Lästig wird es, wenn das Gehirn bei Lagewechseln kurzzeitig zu wenig Durchblutung abbekommt – etwa beim schnellen Aufstehen (orthostatische Hypotonie). Dann drehen sich die Bilder, es flimmert vor den Augen, manchmal droht eine Ohnmacht. Unangenehm, in den meisten Fällen aber gut beherrschbar.

Typische Beschwerden

  • Schwindel und Schwarzwerden vor Augen: besonders beim Aufstehen aus dem Sitzen oder Liegen, nach langem Stehen oder in warmen Räumen.
  • Morgendliche Startschwierigkeiten: der Kreislauf braucht lange, um in Schwung zu kommen.
  • Müdigkeit und Konzentrationsprobleme: das Gehirn läuft auf Sparflamme – gerade bei Hitze.
  • Kalte Hände und Füße: der Körper zentralisiert das Blut auf die wichtigen Organe.
  • Herzklopfen beim Aufstehen: das Herz gleicht den Druckabfall mit schnellerem Schlagen aus.

Wann Sie genauer hinschauen sollten

Die häufigste Form ist die anlagebedingte (essenzielle) Hypotonie – harmlos und eher Konstitution als Krankheit. Genauer hinschauen sollte man, wenn niedriger Blutdruck neu auftritt oder sich deutlich verschlechtert. Dann kommen unter anderem infrage: Flüssigkeitsmangel, Infekte, Blutdruck- oder Entwässerungsmedikamente in zu hoher Dosis, Herzerkrankungen, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Störungen des vegetativen Nervensystems. Auch echte Ohnmachtsanfälle (Synkopen) gehören immer ärztlich eingeordnet – hier ist die zentrale Frage, ob das Herz beteiligt ist.

Wann Sie sofort handeln müssen

Niedriger Blutdruck ist selten ein Notfall – in diesen Situationen aber schon. Rufen Sie sofort Hilfe bei:

  • Ohnmacht mit Verletzung, ohne Vorwarnung oder während körperlicher Belastung
  • Bewusstlosigkeit zusammen mit Brustschmerzen, Herzrasen oder Atemnot
  • Blutdruckabfall mit Zeichen einer schweren Infektion oder nach starkem Flüssigkeitsverlust

Das können Zeichen eines Notfalls sein:

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Wir finden heraus, ob Ihr niedriger Blutdruck harmlos ist – mit gründlicher Untersuchung in Stuttgart-Mitte.

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Was wirklich hilft: Selbsthilfe mit Sofort-Effekt

  • Ausreichend trinken: etwa 2 Liter täglich – Flüssigkeit ist das einfachste „Kreislaufmedikament". Bei Hitze entsprechend mehr.
  • Langsam aufstehen: erst an die Bettkante setzen, Füße kreisen lassen, dann aufstehen – das gibt dem Kreislauf Zeit zum Nachregeln.
  • Muskelpumpe aktivieren: bei langem Stehen Zehenstände machen, Beine überkreuzen und Muskeln anspannen – das presst das Blut zurück Richtung Herz.
  • Regelmäßige Bewegung: Ausdauertraining stabilisiert die Kreislaufregulation nachhaltig – der wirksamste Langzeit-Hebel.
  • Wechselduschen und Kneipp: kalt-warme Reize trainieren die Gefäße, sich schneller anzupassen.
  • Kleine, häufige Mahlzeiten: üppige Mahlzeiten ziehen Blut in den Verdauungstrakt – danach sackt der Kreislauf gern ab.
  • Etwas mehr Salz – mit Augenmaß: bei nachgewiesener Hypotonie ohne Herzerkrankung kann moderat mehr Salz helfen; besprechen Sie das im Zweifel mit uns.
Selbstmessung hilft, Beschwerden und Werte einander zuzuordnen

So klären wir niedrigen Blutdruck in unserer Praxis ab

In der Privatpraxis Lindenthal am Rotebühlplatz in Stuttgart gehen wir der Frage strukturiert nach, ob Ihr niedriger Blutdruck Konstitution oder Symptom ist: mit ausführlichem Gespräch (Beschwerden, Ohnmachten, Medikamente), Blutdruckmessung im Liegen und nach dem Aufstehen (Schellong-Prinzip), körperlicher Untersuchung inklusive Herz, Schilddrüse und Venenstatus sowie einem Ruhe-EKG. Vorhandene Laborwerte ordnen wir gern mit ein. Am Ende wissen Sie, ob Entwarnung gilt – und bekommen einen konkreten Plan gegen die Beschwerden.

„Hoher Blutdruck schadet leise, niedriger nervt laut. Das eine muss man behandeln, das andere darf man – wenn die Beschwerden es verlangen."

Daniel Lindenthal, Arzt

Häufige Fragen zum niedrigen Blutdruck

Welche Werte gelten als niedriger Blutdruck?
Als grobe Orientierung gelten Werte unter etwa 100–110 zu 60 mmHg. Entscheidend ist aber nicht die Zahl, sondern ob Beschwerden bestehen: Viele Menschen leben völlig beschwerdefrei mit niedrigen Werten – dann besteht kein Behandlungsbedarf.
Ist niedriger Blutdruck gefährlich?
In aller Regel nicht – anders als Bluthochdruck schädigt er die Gefäße nicht. Abklären lassen sollten Sie ihn, wenn er neu auftritt, wenn Ohnmachtsanfälle vorkommen, wenn Medikamente die Ursache sein könnten oder wenn Warnzeichen wie Brustschmerzen oder Herzrasen dazukommen.
Was hilft schnell bei niedrigem Blutdruck?
Sofort helfen: ein großes Glas Wasser, Hinsetzen oder Hinlegen mit hochgelagerten Beinen, Muskeln anspannen und langsames Aufstehen. Langfristig stabilisieren regelmäßiges Ausdauertraining, ausreichendes Trinken, Wechselduschen und kleine, häufige Mahlzeiten den Kreislauf.
Warum wird mir beim Aufstehen schwarz vor Augen?
Beim Aufstehen versackt ein Teil des Blutes kurzzeitig in den Beinen. Reguliert der Kreislauf zu langsam nach, bekommt das Gehirn für Sekunden zu wenig Blut – es flimmert oder wird schwarz vor den Augen (orthostatische Hypotonie). Meist harmlos; bei häufigen Episoden oder echten Ohnmachten sollte die Ursache ärztlich eingeordnet werden.
Wo kann ich niedrigen Blutdruck in Stuttgart abklären lassen?
In der Privatpraxis Lindenthal am Rotebühlplatz in Stuttgart-Mitte klären wir Hypotonie strukturiert ab – mit Blutdruckmessung im Liegen und Stehen, körperlicher Untersuchung inklusive Herz und Schilddrüse sowie Ruhe-EKG. Termine sind kurzfristig buchbar.

Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): gesundheitsinformation.de – Niedriger Blutdruck. gesundheitsinformation.de
  2. Deutsche Hochdruckliga e. V.: Informationen zu Blutdruck und Kreislaufregulation. hochdruckliga.de
  3. European Society of Cardiology (ESC): Leitlinien zu Synkopen. escardio.org/Guidelines
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte direkt an die Praxis.
Daniel Lindenthal
Daniel Lindenthal

Arzt und Gründer der Privatpraxis Lindenthal in Stuttgart. Sein Anspruch: faire und transparente Behandlung auf Augenhöhe.

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