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Herz & Kreislauf

Herzstolpern: Wann Extrasystolen harmlos sind – und wann Sie handeln sollten

Aktualisiert am 13. August 2026·8 Min. Lesezeit·Medizinisch geprüft
Daniel Lindenthal
Daniel LindenthalArzt · Privatpraxis Stuttgart
EKG-Ausdruck im Detail – Extrasystolen zeigen sich als zusätzliche Schläge in der Kurve

Ein kurzer Aussetzer, dann ein kräftiger Schlag, als würde das Herz kurz stolpern und dann „nachholen" – und sofort ist die Sorge da: Ist mit meinem Herzen etwas nicht in Ordnung? Die beruhigende Nachricht vorweg: Herzstolpern kennt fast jeder Mensch, und in den allermeisten Fällen stecken harmlose Extraschläge dahinter. Trotzdem gibt es Situationen, in denen Sie das Stolpern abklären lassen sollten. Hier erfahren Sie, wie Sie den Unterschied erkennen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Herzstolpern entsteht meist durch Extrasystolen – zusätzliche Herzschläge außerhalb des normalen Rhythmus.
  • Extrasystolen sind extrem häufig und bei herzgesunden Menschen in aller Regel harmlos.
  • Typische Verstärker: Stress, Schlafmangel, Koffein, Alkohol, Nikotin – und auch eine überaktive Schilddrüse.
  • Abklären lassen sollten Sie das Stolpern bei Häufung, bei Begleitsymptomen oder bei bekannter Herzerkrankung.
  • Der erste diagnostische Schritt ist einfach: Gespräch, körperliche Untersuchung und ein Ruhe-EKG.

Was passiert beim Herzstolpern?

Der Herzschlag wird normalerweise vom Sinusknoten getaktet, dem natürlichen Schrittmacher. Ab und zu feuert jedoch eine andere Stelle im Herzen einen Impuls dazwischen – es entsteht ein vorgezogener Extraschlag, die Extrasystole. Weil danach eine kleine Pause folgt und sich das Herz stärker füllt, fühlt sich der nächste Schlag besonders wuchtig an. Genau diese Abfolge – Aussetzer, Pause, „Bums" – nehmen wir als Stolpern wahr.

Interessant dabei: Extrasystolen treten auch bei völlig gesunden Herzen ständig auf – die meisten bemerken wir gar nicht. Ob und wie stark man sie spürt, hängt stark von Anspannung und Aufmerksamkeit ab. In ruhigen Momenten, etwa abends im Bett, fallen sie am meisten auf – nicht, weil das Herz dann kranker wäre, sondern weil die Ablenkung fehlt.

Häufige Auslöser und Verstärker

  • Stress und Schlafmangel: ein aktiviertes Nervensystem macht das Herz „reizbarer" – Stolperphasen häufen sich in belastenden Lebensphasen.
  • Koffein, Alkohol und Nikotin: klassische Trigger; besonders Alkohol am Abend kann nächtliches Stolpern und Herzrasen fördern.
  • Schilddrüsenüberfunktion: zu viele Schilddrüsenhormone treiben das Herz an – ein Blick auf den TSH-Wert gehört daher zur Abklärung.
  • Mineralstoffhaushalt: Verschiebungen von Kalium und Magnesium, etwa nach Magen-Darm-Infekten oder unter Entwässerungsmitteln, begünstigen Extraschläge.
  • Infekte und Fieber: auch banale Infekte können das Herz vorübergehend aus dem Takt bringen.

Beruhigend zu wissen: Bei strukturell gesundem Herzen gelten auch häufigere Extrasystolen in aller Regel als gutartig. Die entscheidende Frage der Abklärung lautet deshalb nicht „Habe ich Extraschläge?" – die hat fast jeder –, sondern: „Ist mein Herz gesund?"

Wann Sie sofort handeln müssen

Meist ist Herzstolpern harmlos. Rufen Sie aber sofort Hilfe, wenn das Stolpern von folgenden Beschwerden begleitet wird:

  • Brustschmerzen oder Engegefühl, ggf. mit Ausstrahlung in Arm, Rücken oder Kiefer
  • Akute Atemnot oder Kaltschweißigkeit
  • Schwindel mit drohender Ohnmacht oder tatsächlicher Bewusstlosigkeit
  • Anhaltendes, sehr schnelles und unregelmäßiges Herzrasen

Das können Zeichen eines Notfalls sein:

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Klären Sie es ab – mit Ruhe-EKG und ehrlicher Einschätzung direkt im Anschluss, in Stuttgart-Mitte.

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So läuft die Abklärung in unserer Praxis ab

  • Ausführliches Gespräch: Wann tritt das Stolpern auf? Wie lange hält es an? Gibt es Auslöser, Vorerkrankungen, Medikamente? Ihre Beschreibung liefert die halbe Diagnose.
  • Körperliche Untersuchung: Abhören von Herz und Lunge, Puls- und Blutdruckmessung – auch die Schilddrüse wird untersucht, denn eine Überfunktion ist ein häufiger Treiber.
  • Ruhe-EKG direkt vor Ort: die Herzstromkurve zeigt, ob Extrasystolen aufgezeichnet werden, woher sie stammen und ob der Grundrhythmus gesund ist.
  • Ehrliche Einordnung und nächste Schritte: oft reicht die Entwarnung. Wenn nicht, sagen wir Ihnen klar, welche weiterführende Untersuchung sinnvoll ist – etwa ein Langzeit-EKG oder ein Herzultraschall – und koordinieren sie für Sie.
Blutdruck- und Pulsmessung gehören zur Basisabklärung bei Herzstolpern

Was Sie selbst tun können

  • Trigger reduzieren: weniger Koffein und Alkohol, Rauchstopp – viele Betroffene spüren schnell einen Unterschied.
  • Stress abbauen und schlafen: Entspannungsverfahren, Bewegung an der frischen Luft und regelmäßiger Schlaf beruhigen das vegetative Nervensystem – und damit das Herz.
  • Stolper-Tagebuch führen: notieren Sie Zeitpunkt, Dauer und Situation – das hilft enorm bei der ärztlichen Einordnung.
  • Puls fühlen lernen: ist der Puls beim Stolpern insgesamt regelmäßig mit einzelnen Extraschlägen – oder komplett unregelmäßig? Diese Beobachtung ist wertvoll.
  • Nach der Entwarnung: Vertrauen fassen: wer weiß, dass sein Herz gesund ist, nimmt die Extraschläge meist deutlich seltener wahr.

„Die wirksamste Behandlung des harmlosen Herzstolperns ist oft die gründliche Untersuchung selbst – weil sie der Angst den Boden entzieht."

Daniel Lindenthal, Arzt

Häufige Fragen zum Herzstolpern

Was ist Herzstolpern genau?
Meist stecken Extrasystolen dahinter: zusätzliche Herzschläge, die außerhalb des normalen Rhythmus einfallen. Nach dem Extraschlag folgt eine kurze Pause, der nächste Schlag fällt kräftiger aus – diese Abfolge wird als Stolpern oder Aussetzer wahrgenommen.
Ist Herzstolpern gefährlich?
Bei herzgesunden Menschen sind Extrasystolen in aller Regel harmlos – fast jeder hat sie, die meisten unbemerkt. Abklären lassen sollten Sie das Stolpern, wenn es sich deutlich häuft, mit Brustschmerzen, Atemnot, Schwindel oder Ohnmacht einhergeht oder wenn eine Herzerkrankung bekannt ist.
Was löst Herzstolpern aus?
Häufige Auslöser und Verstärker sind Stress, Schlafmangel, Koffein, Alkohol und Nikotin. Auch eine Schilddrüsenüberfunktion, Verschiebungen im Mineralstoffhaushalt (Kalium, Magnesium) und Infekte können Extraschläge begünstigen.
Welche Untersuchung braucht man bei Herzstolpern?
Der erste Schritt sind Gespräch, körperliche Untersuchung und ein Ruhe-EKG. Da Extrasystolen nicht immer im kurzen Ruhe-EKG auftauchen, kann bei anhaltenden Beschwerden ein Langzeit-EKG über 24 Stunden oder länger sinnvoll sein – ebenso ein Herzultraschall zur Frage, ob das Herz strukturell gesund ist.
Wo kann ich Herzstolpern in Stuttgart abklären lassen?
In der Privatpraxis Lindenthal am Rotebühlplatz in Stuttgart-Mitte klären wir Herzstolpern strukturiert ab – mit ausführlichem Gespräch, körperlicher Untersuchung inklusive Schilddrüse und einem Ruhe-EKG mit Besprechung direkt im Anschluss. Termine sind kurzfristig buchbar.

Quellen

  1. Deutsche Herzstiftung e. V.: Patienteninformationen zu Extrasystolen und Herzrhythmusstörungen. herzstiftung.de
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): gesundheitsinformation.de – Herzrhythmusstörungen. gesundheitsinformation.de
  3. European Society of Cardiology (ESC): Leitlinien zum Management ventrikulärer Arrhythmien. escardio.org/Guidelines
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte direkt an die Praxis.
Daniel Lindenthal
Daniel Lindenthal

Arzt und Gründer der Privatpraxis Lindenthal in Stuttgart. Sein Anspruch: faire und transparente Behandlung auf Augenhöhe.

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