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Kopf & Nerven

Spannungskopfschmerz oder Migräne? Kopfschmerz-Arten sicher unterscheiden

Aktualisiert am 13. August 2026·8 Min. Lesezeit·Medizinisch geprüft
Daniel Lindenthal
Daniel LindenthalArzt · Privatpraxis Stuttgart
Frau am Laptop fasst sich an die Schläfen – die Art des Kopfschmerzes bestimmt die richtige Behandlung

Drückt es wie ein zu enges Band um den Kopf – oder pocht es einseitig, während Ihnen übel ist und das Licht wehtut? Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz: Über 200 Arten sind beschrieben, doch zwei davon machen den Löwenanteil aus. Sie zu unterscheiden lohnt sich, denn Spannungskopfschmerz und Migräne brauchen unterschiedliche Behandlungen – und wer dauerhaft zur falschen Tablette greift, kann sich damit sogar einen zusätzlichen Kopfschmerz antrainieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Spannungskopfschmerz: beidseitig, dumpf-drückend, leicht bis mittelstark – Alltag meist möglich, Bewegung stört nicht.
  • Migräne: attackenartig, oft einseitig pulsierend, mit Übelkeit und Licht-/Lärmempfindlichkeit – Bewegung verstärkt den Schmerz.
  • Clusterkopfschmerz: seltener, aber unverwechselbar – heftigster einseitiger Schmerz um das Auge mit Tränen und Unruhe.
  • Schmerzmittel an mehr als 10 Tagen pro Monat können selbst Dauerkopfschmerz erzeugen.
  • Donnerschlagkopfschmerz und Kopfschmerz mit neurologischen Ausfällen sind Notfälle.

Der Spannungskopfschmerz: häufig und lästig

Der häufigste Kopfschmerz überhaupt fühlt sich an wie ein zu enger Hut oder ein Band um den Kopf: beidseitig, dumpf und drückend, leicht bis mittelstark. Übelkeit fehlt, Alltagsaktivitäten sind meist möglich – frische Luft und Bewegung tun eher gut. Auslöser sind typischerweise Stress, Nackenverspannungen, Schlafmangel und Bildschirmarbeit. Gelegentliche Episoden sind harmlos; treten sie an mehr als 15 Tagen pro Monat auf, spricht man von chronischem Spannungskopfschmerz – dann gehört ein Behandlungskonzept her, das mehr umfasst als Tabletten.

Die Migräne: mehr als „schlimme Kopfschmerzen"

Migräne ist eine eigenständige neurologische Erkrankung mit attackenartigem Verlauf: Der Schmerz ist häufig einseitig, pulsierend-pochend, mittel bis stark – und wird durch körperliche Aktivität verstärkt. Typische Begleiter sind Übelkeit bis zum Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit; viele Betroffene müssen sich ins abgedunkelte Zimmer zurückziehen. Bei etwa jedem fünften Betroffenen geht eine Aura voraus: Flimmersehen, Zickzacklinien oder Kribbelgefühle, die sich über Minuten ausbreiten und wieder zurückbilden. Unbehandelt dauert eine Attacke vier Stunden bis drei Tage.

Weitere wichtige Formen

  • Clusterkopfschmerz: heftigster, bohrender Schmerz strikt einseitig um Auge und Schläfe, 15 Minuten bis 3 Stunden, oft nachts und in Serien („Clustern") – mit tränendem Auge, hängendem Lid und ausgeprägter Unruhe. Selten, aber stark unterdiagnostiziert und gut behandelbar.
  • Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz: entsteht schleichend, wenn Akutschmerzmittel oder Triptane an mehr als 10 Tagen pro Monat eingenommen werden – der Dauerkopfschmerz aus der Hausapotheke.
  • Kopfschmerz durch Verspannung und Kiefer: Nacken- und Kaumuskulatur strahlen gerne in den Kopf aus – ein Grund, warum Haltung und Zähneknirschen zur Anamnese gehören.
Wann Sie sofort handeln müssen

Die allermeisten Kopfschmerzen sind gutartig. Sofort den Notruf wählen sollten Sie bei:

  • Schlagartig einsetzendem Vernichtungskopfschmerz („Donnerschlag") – binnen Sekunden maximal stark
  • Kopfschmerz mit Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, Verwirrtheit oder Krampfanfall
  • Kopfschmerz mit hohem Fieber und Nackensteifigkeit
  • Erstmals heftigstem Kopfschmerz nach einem Sturz oder Unfall

Diese Konstellationen sind Notfälle:

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Wir klären, welcher Kopfschmerz-Typ Sie plagt – und was dagegen wirklich hilft. In Stuttgart-Mitte.

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Was bei welchem Kopfschmerz hilft

  • Beim Spannungskopfschmerz: Bewegung an der frischen Luft, Pfefferminzöl auf Schläfen und Nacken, Entspannungsverfahren und Stresspausen – Schmerzmittel nur gelegentlich. Bei häufigen Episoden helfen Ausdauersport und Entspannungstraining nachweislich vorbeugend.
  • Bei der Migräne: Attacken früh und ausreichend dosiert behandeln – bei leichten Attacken klassische Schmerzmittel, bei schweren Triptane. Reizabschirmung, Ruhe und ein stabiler Tagesrhythmus mit regelmäßigem Schlaf und Mahlzeiten senken die Attackenfrequenz; bei häufigen Attacken gibt es wirksame vorbeugende Medikamente.
  • Für alle Formen: Kopfschmerztagebuch führen (Häufigkeit, Auslöser, Medikamente) und die 10-Tage-Regel im Blick behalten – Akutmedikamente an weniger als 10 Tagen pro Monat.
Banal, aber wirksam: Flüssigkeitsmangel ist ein häufiger Kopfschmerz-Auslöser

So läuft die Abklärung in unserer Praxis ab

In der Privatpraxis Lindenthal am Rotebühlplatz in Stuttgart nehmen wir uns Zeit für die genaue Kopfschmerz-Anamnese – Charakter, Dauer, Begleitsymptome, Auslöser und Medikamentengebrauch – und untersuchen Sie körperlich und orientierend neurologisch, inklusive Blutdruck sowie Nacken- und Kiefermuskulatur. Ihr Kopfschmerztagebuch und mitgebrachte Befunde ordnen wir verständlich ein. Wir sagen ehrlich, wann eine Bildgebung oder neurologische Mitbehandlung sinnvoll ist – und wann nicht – und entwickeln mit Ihnen ein Konzept aus Akutbehandlung und Vorbeugung, das zu Ihrem Alltag passt.

„Wer seinen Kopfschmerz beim Namen kennt, hat ihn schon halb gezähmt – die Diagnose ist hier die halbe Therapie."

Daniel Lindenthal, Arzt

Häufige Fragen zu Kopfschmerz-Arten

Wie unterscheide ich Spannungskopfschmerz von Migräne?
Spannungskopfschmerz ist beidseitig, dumpf-drückend und lässt Alltagsaktivität meist zu – Bewegung stört nicht. Migräne ist häufig einseitig, pulsierend, mittel bis stark, wird durch Bewegung verstärkt und von Übelkeit sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet. Faustregel: Wer bei Kopfschmerz spazieren gehen mag, hat selten Migräne.
Was ist eine Migräne-Aura?
Etwa jeder fünfte Migränebetroffene erlebt vor der Attacke neurologische Reizerscheinungen: Flimmersehen, Zickzacklinien, Gesichtsfeldausfälle oder wandernde Kribbelgefühle, die sich über 5 bis 60 Minuten entwickeln und vollständig zurückbilden. Tritt eine solche Symptomatik erstmals oder untypisch auf, sollte sie ärztlich abgeklärt werden.
Wie viele Schmerztabletten im Monat sind unbedenklich?
Als Faustregel gilt: Akutschmerzmittel oder Triptane an weniger als 10 Tagen pro Monat. Häufigere Einnahme kann einen Medikamentenübergebrauchs-Kopfschmerz erzeugen – einen Dauerkopfschmerz, der erst nach einer strukturierten Medikamentenpause abklingt. Ein Kopfschmerztagebuch hilft, den Überblick zu behalten.
Wann sind Kopfschmerzen gefährlich?
Notfälle sind der schlagartige Vernichtungskopfschmerz, Kopfschmerz mit Lähmungen, Sprach- oder Sehstörungen, mit hohem Fieber und Nackensteifigkeit oder nach einem Unfall – hier sofort die 112 wählen. Zeitnah abklären lassen sollten Sie außerdem neu aufgetretene, zunehmende oder erstmals nach dem 50. Lebensjahr beginnende Kopfschmerzen.
Wo kann ich Kopfschmerzen in Stuttgart abklären lassen?
In der Privatpraxis Lindenthal am Rotebühlplatz in Stuttgart-Mitte klären wir mit ausführlicher Anamnese, körperlicher und orientierend neurologischer Untersuchung, welcher Kopfschmerz-Typ Sie plagt – und entwickeln ein passendes Akut- und Vorbeugekonzept. Termine sind kurzfristig buchbar.

Quellen

  1. Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG): Patienteninformationen und Leitlinien. dmkg.de
  2. Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN): Leitlinien Migräne und Kopfschmerz. dgn.org
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): gesundheitsinformation.de – Migräne und Spannungskopfschmerz. gesundheitsinformation.de
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte direkt an die Praxis.
Daniel Lindenthal
Daniel Lindenthal

Arzt und Gründer der Privatpraxis Lindenthal in Stuttgart. Sein Anspruch: faire und transparente Behandlung auf Augenhöhe.

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