Zum Inhalt springen
Herz & Kreislauf

EKG: Ablauf, Dauer und was das Ruhe-EKG über Ihr Herz verrät

Aktualisiert am 13. August 2026·6 Min. Lesezeit·Medizinisch geprüft
Daniel Lindenthal
Daniel LindenthalArzt · Privatpraxis Stuttgart
Ausgedrucktes EKG mit typischer Herzkurve bei der ärztlichen Auswertung

Herzstolpern, Herzrasen, ein Ziehen in der Brust – oder einfach der Wunsch zu wissen, ob mit Ihrem Herzen alles in Ordnung ist? Das EKG ist die schnellste und einfachste Untersuchung, um die elektrische Aktivität Ihres Herzens sichtbar zu machen: schmerzfrei, ohne Strahlung und in wenigen Minuten erledigt. Hier erfahren Sie, wie das Ruhe-EKG abläuft, was es zeigen kann – und wo seine Grenzen liegen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das EKG zeichnet die elektrischen Impulse auf, die jeden Herzschlag steuern – völlig schmerzfrei und ohne Strahlung.
  • Die eigentliche Aufzeichnung dauert nur wenige Sekunden bis Minuten; der ganze Termin ist meist in 10–15 Minuten erledigt.
  • Das Ruhe-EKG erkennt u. a. Herzrhythmusstörungen, Reizleitungsstörungen und Hinweise auf einen (durchgemachten) Herzinfarkt.
  • Ein normales Ruhe-EKG ist beruhigend, schließt aber nicht jede Herzerkrankung aus – die Einordnung gehört in ärztliche Hände.
  • Bei uns gehört das EKG zur strukturierten Herz-Kreislauf-Untersuchung – mit verständlicher Befundbesprechung.

Was ist ein EKG – und wie funktioniert es?

Jeder Herzschlag beginnt mit einem winzigen elektrischen Impuls, der sich wellenförmig über den Herzmuskel ausbreitet und ihn zum Zusammenziehen bringt. Das Elektrokardiogramm (EKG) misst diese Ströme über Elektroden auf der Haut und zeichnet sie als die bekannte Zackenkurve auf. Aus Form, Höhe und Abstand dieser Zacken lässt sich ablesen, ob Ihr Herz regelmäßig schlägt, ob die Erregung geordnet weitergeleitet wird und ob es Hinweise auf eine Schädigung des Herzmuskels gibt.

Wichtig zu wissen: Das Gerät leitet lediglich die körpereigenen Signale ab – es fließt kein Strom in Ihren Körper. Die Untersuchung ist damit völlig schmerzfrei, ohne Strahlenbelastung und beliebig oft wiederholbar, auch in der Schwangerschaft.

Wann ist ein EKG sinnvoll?

  • Bei Beschwerden: Herzstolpern, Herzrasen, Schwindel, Luftnot bei Belastung oder unklarem Druckgefühl in der Brust – das EKG ist hier der erste diagnostische Schritt.
  • Bei Bluthochdruck: langjährig erhöhter Blutdruck kann Spuren am Herzen hinterlassen, etwa eine Verdickung des Herzmuskels – das EKG liefert erste Hinweise.
  • Im Rahmen der Vorsorge: als Baustein des Gesundheits-Check-ups, besonders bei familiärer Vorbelastung mit Herzerkrankungen.
  • Vor besonderen Belastungen: etwa vor Beginn eines intensiven Trainingsprogramms oder vor Operationen.
  • Zur Verlaufskontrolle: bei bekannten Herzerkrankungen oder unter Medikamenten, die den Herzrhythmus beeinflussen können.

So läuft das Ruhe-EKG in unserer Praxis ab

Keine Sorge vor dem Termin – kaum eine Untersuchung ist unkomplizierter. So läuft das EKG in der Privatpraxis Lindenthal in Stuttgart-Mitte ab:

  • Vorbereitung: Sie machen den Oberkörper frei und legen sich entspannt auf die Liege. Fußgelenke und Handgelenke bleiben zugänglich.
  • Elektroden anbringen: zehn Klebe- oder Saugelektroden werden an Brustkorb, Armen und Beinen platziert – daraus entstehen die zwölf Standard-Ableitungen.
  • Aufzeichnung: jetzt heißt es nur: ruhig liegen, normal atmen, nicht sprechen. Die eigentliche Messung dauert etwa 10 bis 30 Sekunden.
  • Besprechung: wir werten die Kurve direkt aus und erklären Ihnen den Befund verständlich – inklusive der Frage, ob und welche weiteren Schritte sinnvoll sind.

Tipp für ein sauberes EKG: Kommen Sie möglichst entspannt zum Termin und verzichten Sie kurz vorher auf Kaffee, Nikotin und Sport. Auf Körperlotion am Oberkörper verzichten Sie am Untersuchungstag besser – die Elektroden haften dann deutlich besser. Muskelzittern (etwa durch Frieren oder Anspannung) kann die Kurve stören.

Ein Blick auf Ihr Herz?

Vereinbaren Sie Ihre Herz-Kreislauf-Untersuchung mit EKG in Stuttgart-Mitte – mit verständlicher Befundbesprechung.

Termin vereinbaren

Was das Ruhe-EKG zeigt – und was nicht

Das Ruhe-EKG ist ein echtes Multitalent: Es erkennt Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder Extrasystolen (das typische „Herzstolpern"), Reizleitungsstörungen wie einen AV-Block, Zeichen einer Herzmuskelverdickung bei langjährigem Bluthochdruck sowie Hinweise auf einen akuten oder früher durchgemachten Herzinfarkt. Auch Auffälligkeiten des Mineralhaushalts oder Medikamentenwirkungen können sich in der Kurve zeigen.

Ebenso wichtig ist die ehrliche Einordnung der Grenzen: Das Ruhe-EKG ist eine Momentaufnahme. Rhythmusstörungen, die nur gelegentlich auftreten, können in den wenigen Sekunden der Aufzeichnung unauffällig bleiben – dann hilft ein Langzeit-EKG über 24 Stunden oder länger. Und auch verengte Herzkranzgefäße zeigen sich in Ruhe oft nicht; hier kommen Belastungsuntersuchungen oder Bildgebung ins Spiel. Ein normales Ruhe-EKG ist also beruhigend, ersetzt aber bei anhaltenden Beschwerden keine weiterführende Diagnostik – wir beraten Sie offen, welcher Schritt in Ihrer Situation wirklich sinnvoll ist, und koordinieren ihn bei Bedarf für Sie.

EKG-Ausdruck im Detail – aus Form und Abstand der Zacken liest sich der Herzrhythmus ab

Dauer, Kosten und Abrechnung

Der gesamte Termin ist meist in 10 bis 15 Minuten erledigt – die reine Aufzeichnung dauert nur Sekunden. Als Privatpraxis rechnen wir das EKG transparent nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ab; Privatversicherte und Beihilfeberechtigte erhalten die Untersuchung bei entsprechender Indikation in aller Regel erstattet. Selbstzahler profitieren von einer klaren Kostenstruktur. Sinnvoll kombinieren lässt sich das EKG mit der Blutdruckmessung und dem Abhören von Herz und Lunge zu einer kompletten Herz-Kreislauf-Untersuchung.

Wann Sie sofort handeln müssen

Ein geplantes EKG ist der richtige Weg bei wiederkehrendem Herzstolpern oder unklaren Beschwerden. Warten Sie aber nicht auf einen Termin, wenn akut eines der folgenden Warnzeichen auftritt:

  • Starke Brustschmerzen oder Engegefühl, ggf. mit Ausstrahlung in Arm, Rücken oder Kiefer
  • Akute Atemnot oder Kaltschweißigkeit
  • Herzrasen mit Schwindel, Ohnmacht oder drohender Bewusstlosigkeit

Das können Zeichen eines Herzinfarkts oder einer bedrohlichen Rhythmusstörung sein:

Notruf 112 wählen

„Das EKG braucht dreißig Sekunden – und beantwortet Fragen, über die viele Menschen monatelang grübeln."

Daniel Lindenthal, Arzt

Häufige Fragen zum EKG

Wie lange dauert ein EKG?
Die eigentliche Aufzeichnung dauert nur etwa 10 bis 30 Sekunden. Mit Vorbereitung, Anbringen der Elektroden und Befundbesprechung sind Sie meist in 10 bis 15 Minuten fertig.
Tut ein EKG weh oder fließt dabei Strom?
Nein. Das EKG misst ausschließlich die körpereigenen elektrischen Signale des Herzens über Elektroden auf der Haut – es fließt kein Strom in den Körper. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei, ohne Strahlung und beliebig oft wiederholbar.
Was kann man auf einem Ruhe-EKG erkennen?
Unter anderem Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder Extrasystolen, Reizleitungsstörungen, Zeichen einer Herzmuskelverdickung sowie Hinweise auf einen akuten oder früher durchgemachten Herzinfarkt.
Kann ein EKG normal sein, obwohl das Herz krank ist?
Ja, das ist möglich. Das Ruhe-EKG ist eine Momentaufnahme: Nur gelegentlich auftretende Rhythmusstörungen oder verengte Herzkranzgefäße können in Ruhe unauffällig bleiben. Bei anhaltenden Beschwerden sind dann weiterführende Untersuchungen wie ein Langzeit-EKG sinnvoll – die Einordnung übernimmt Ihr Arzt.
Wo kann ich ein EKG in Stuttgart machen lassen?
In der Privatpraxis Lindenthal am Rotebühlplatz in Stuttgart-Mitte gehört das Ruhe-EKG zur strukturierten Herz-Kreislauf-Untersuchung – zusammen mit Blutdruckmessung und Abhören von Herz und Lunge. Termine sind kurzfristig buchbar, die Befundbesprechung erfolgt direkt im Anschluss.

Quellen

  1. Deutsche Herzstiftung e. V.: Patienteninformationen zum EKG und zu Herzrhythmusstörungen. herzstiftung.de
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): gesundheitsinformation.de – Elektrokardiogramm (EKG). gesundheitsinformation.de
  3. European Society of Cardiology (ESC): Leitlinien zur kardiovaskulären Diagnostik. escardio.org/Guidelines
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte direkt an die Praxis.
Daniel Lindenthal
Daniel Lindenthal

Arzt und Gründer der Privatpraxis Lindenthal in Stuttgart. Sein Anspruch: faire und transparente Behandlung auf Augenhöhe.

Termin buchen

Bereit für den nächsten Schritt?

Buchen Sie jetzt Ihren Termin – mit ehrlicher Beratung und ausreichend Zeit für Ihre Fragen.

Termin buchen
Öffnet in neuem Tab